21. Dez. 2018: panissimo – Branche

panissimo – Branche | 21. Dezember 2018 | Nr. 25

10 Jahre Bio-Kakao-Anbau in Ghana

«Ich war fasziniert von der Kakao-Vision»

Der Fricktaler Verein Yayra Glover feierte diesen Monat sein zehnjähriges Bestehen. Er fördert das Bio-Kakao-Projekt des Ghanesen Yayra Glover, der früher in der Region wohnte und arbeitete.

Yayra Glover hat in seinem Heimatland Ghana vor zehn Jahren eine Produktion aufgebaut. Sein Ziel: Die Förderung des Bio-Kakao-Anbaus. Damit wirkt er einerseits der Armut entgegen und verhilft andererseits den Bauern zu mehr Unabhängigkeit und besseren Arbeitsbedingungen. Unterdessen profitieren 5000 Bauern davon.

Abgesetzt wird der Bio-Kakao unter anderem in der Schweiz, wo Yayra Glover jahrelang gelebt hat.

Um dessen Arbeit bekannt zu machen und günstiges Handelskapital zu vermitteln, wurde der Verein Yayra Glover gegründet. Ruedi Berner, Inhaber der Confiserie Berner in Rheinfelden, wurde vor einigen Jahren per Zufall auf das Projekt aufmerksam und unterstützt den Verein seither. «panissimo» hat ihn nach den Hintergründen befragt:

Warum unterstützen Sie das Projekt?

Dank der Arbeit von Yayra Glover wird der Anbau von Bio-Kakao in Ghana überhaupt bekannt. Die Bauern erhalten Unterstützung, Ausbildung und mehr Geld für den Bio-Kakao. Das eröffnet auch der jungen Generation neue Möglichkeiten auf ein Einkommen im eigenen Land.

Wie wurden Sie darauf aufmerksam?Ich hörte im Radio ein Interview mit Yayra Glover und war fasziniert von dessen «Kakao-Vision», weitere Personen aus meinem Umfelde erging es ebenso. Mithilfe der Geschäftsfrau Eveline Räz-Ray und dem Film «Zartbitter» (Angela Spörri, Basler Filmpreis 2012), der das Konzept von Yayra Glover und seiner Arbeit auf den Kakao-Plantagen in Ghana eindrücklich dokumentiert, konnten wir weitere Menschen finden, die diese Unterstützung mittragen und zur Gründung des Fricktaler Vereins geführt haben.

Wie unterstützen Sie das Projekt bzw. den Verein Yayra Glover?

Wir sind dem Aufruf des Vereins vor fünf Jahren gefolgt und haben ein Darlehen gegeben, damit Yayra Glover seine Vision umsetzen kann.

Zudem verarbeiten wir die von Felchlin hergestellte Couverture. Wir stellen damit ein Sortiment an Pralinés, Osterhasen, Engeln, Schokoladetafeln und Napolitains her.

Welche Erfahrungen haben sie damit gemacht?

Sehr gute. Wir konnten damit auch einen neuen Kundenkreis ansprechen. Transparente Herkunft aus fairem Handel ist gefragt.

Wie habe Sie den Jubiläumsanlass erlebt?

Fast 60 Personen haben den Anlass besucht und aus erster Hand von Yayra Glover erfahren, wie er heute über 5000 Bauern mit seinem Programm begleitet, ausbildet und den Ankauf von Bio-Kakao organisiert. Dabei hilft er auch mit, Brunnen zu bauen und in Betrieb zu setzen.

Eindrücklich war auch die Präsentation der vergangenen wechselvollen Geschichte «10 Jahre Yayra Glover». Mit einem kurzen Film über das Areal in Suhum mit dem am 2. November in Betrieb genommenen Lagerhaus konnten alle einen guten Eindruck über das bisher Geleistete gewinnen.

Anregende Diskussionen mit Fachleuten aus der fairen Schokoladeszene der Schweiz und Deutschlands hinterliessen bei allen eine gute Stimmung.

Lagerhaus mit Kakaobohnen


Interview: Nathalie Güntert
Download PDF

Schreiben Sie einen Kommentar