Neue Fricktaler Zeitung 28. 6. "12

Donnerstag, 28. Juni 2012


Fricktaler Verein unterstützt
Kakao-Projekt


von Valentin Zumsteg (28. 6. 2012 "Neue Fricktaler Zeitung")
 

 

Bildunterschrift: Eveline Räz-Rey und Ruedi Berner wollen die Arbeit von Yayra Glover unterstützen.
Foto: zVg
Eveline Räz-Rey und Ruedi Berner wollen die Arbeit von Yayra Glover unterstützen. (Foto zVg)

Gründung am kommenden Dienstag

Das Festival der Kulturen zieht Kreise: In Rheinfelden wird nächste Woche der «Verein Yayra Glover» gegründet. Damit soll ein Bio-Kakao-Projekt in Ghana unterstützt werden.

FRICKTAL. «Viele kleine Leute, in vielen kleinen Orten, die viele kleine Dinge tun, können das Gesicht der Welt verändern.» Diese afrikanische Weisheit zitiert Eveline Räz-Rey gerne. Sie passt ausgezeichnet zum «Verein Yayra Glover», den Räz-Rey nächste Woche zusammen mit Ruedi Berner, Rheinfelder Confiseur und Initiant des «Festivals der Kulturen», gründen wird.


Bio und fair

Angefangen hat alles im vergangenen Herbst. Ruedi Berner hörte im Radio ein Interview mit Yayra Glover, der im Osten von Ghana ein Bio-Kakao-Projekt leitet. Rund 4500 Kakaobauern soll damit zu besseren Lebensbedingungen und mehr Unabhängigkeit verholfen werden. Die unter fairen Bedingungen angebauten Kakaobohnen werden in der Schweiz durch die Max Felchlin AG zu Schokolade verarbeitet.

Über dieses Projekt hat Filmemacherin Angela Spörri den Dokumentarfilm «Zartbitter» gedreht, der kürzlich den Basler Filmpreis gewann. Der Film wurde als Auftakt zum diesjährigen Rheinfelder Festival der Kulturen am 18. Mai gezeigt (die NFZ berichtete). Er stiess auf grosses Interesse. «Der Filmabend mit Podiumsdiskussion hat einiges ausgelöst. Für uns war klar, dass wir das Projekt weiter unterstützen wollen», erzählt Eveline Räz-Rey, die über ihre Firma «Schenk-ART» Schokolade unter dem Label «Cru Riche» verkauft und so das Setzlingsprogramm von Glover unterstützt.

 

«Kein Almosen-Projekt»


Als nächster Schritt wird nun der «Verein Yayra Glover» ins Leben gerufen. Er bezweckt unter anderem, die Arbeit von Yayra Glover mithilfe des Dokumentarfilms «Zartbitter» bekannt zu machen. Weiter soll für die Firma von Yayra Glover günstiges Handelskapital beschafft werden; zum Beispiel durch das Vermitteln von mehrjährigen Darlehen. «Damit er von den Bauern pro Jahr rund 800 Tonnen Kakaobohnen kaufen kann, braucht er Kapital», so Räz-Rey. Und Ruedi Berner ergänzt: «Das ist kein Almosen-Projekt. Wenn die Bauern fair bezahlt werden, dann bekommen sie eine Perspektive und müssen nicht in die Stadt oder ins Ausland ziehen.»


Die Gründungsversammlung wird am Dienstag, 3. Juli, um 19.30 Uhr im Restaurant Schützen in Rheinfelden durchgeführt. Alle Interessierten sind willkommen. Ruedi Berner und Eveline Räz-Rey hoffen, dass das Projekt weitere Kreise zieht und die Schweizer vermehrt fair produzierte Schokolade konsumieren.

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